Back

Division Outbound Europe

Outbound Kuoni Europe

In dieser Einheit sind alle europäischen Märkte der Reisemarke Kuoni sowie ihre Untermarken zusammengefasst. Dazu zählen die Märkte Schweiz, Grossbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Benelux (Niederlande und Belgien). In allen Märkten wird weitgehend ein Reiseveranstaltergeschäft im Premiumbereich mit individuellen und massgeschneiderten Ferienreisen betrieben. Lediglich der Schweizer Markt führt zusätzlich Pauschalreiseprogramme, die mit den Angeboten von Apollo in Skandinavien vergleichbar sind. Alle Märkte verkaufen ihre Reiseprodukte über verschiedene Kanäle, wobei die Gewichtung je nach Land unterschiedlich ist. Während die Schweiz und Grossbritannien über 50% der Produkte im direkten Kundenkontakt über eigene Reisebüros, Callcenter und Internet absetzen, werden die Produkte in Frankreich, Spanien, Italien und Benelux mehrheitlich über Drittanbieter (externe Reisebüros) verkauft. 2011 wurden in diesen Märkten die Verkaufskanäle mit direktem Kundenkontakt ausgebaut.

In der Schweiz ist Kuoni der grösste und bekannteste Reiseveranstalter. Die Schweiz ist der ursprüngliche Heimmarkt, wo der Unternehmer Alfred Kuoni das Unternehmen 1906 gründete. Das Produkteportfolio unterscheidet sich in vier Marken. Kuoni verfügt über das vielfältigste Angebot mit Badeferien-Pauschalreisen in qualitativ höherwertigen Hotels auf der Kurz-, Mittel- und Langstrecke, mit Schiffsreisen weltweit, Städtereisen, Rundreisen sowie Individualreisen vor allem in Nord- und Südamerika, Asien und Australien/Ozeanien. Helvetic Tours ist die günstige Pauschalreisemarke mit Badeferien weltweit sowie Städtereisen in Europa. direkt + ehrlich reisen ist als Direktverkaufsmarke positioniert. Die Pauschalreisen im Badeferienbereich sowie für Rundreisen, Städte und Bergferien werden über Internet und Callcenter gebucht. Als erster Schweizer Reiseveranstalter lancierte Kuoni im Dezember 2011 den virtuellen Touroperator X-helvetictours.ch. Auf dieser Internetplattform werden täglich Flüge und Hotelangebote für Badeferien und Städtereisen dynamisch paketiert und zu Tagespreisen mit aktuellen Währungskursen zum Verkauf bereitgestellt.
Kuoni Schweiz verfügt über einen umfassenden Zugang zu allen wichtigen Verkaufskanälen. Die Schwerpunkte bilden dabei das Internet und die eigenen Reisebüros. In der ganzen Schweiz wurden per Ende 2011 95 eigene Reisebüros (Kuoni / Helvetic Tours) und 5 Büros für Geschäftsreisen betrieben. Rund 800 externe Reisebüros verkauften zusätzlich die Produkte von Kuoni Schweiz. 54% der Reiseangebote wurden 2011 im Direktkundenkontakt abgesetzt. Der Internetanteil betrug rund 10%. Das 2009 lancierte Transformationsprojekt wurde 2011 weiter umgesetzt. Mitarbeitende wurden darin im Berichtsjahr in neuen Beratungs- und Verkaufskonzepten geschult, und neue unterstützende Hilfsmittel zur Verkaufsförderung wurden in der ganzen Schweiz eingeführt. Die Verkaufszahlen in den eigenen Reisebüros waren 2011 im Branchenvergleich überdurchschnittlich. 2011 wurden 12 Reisebüros vollständig erneuert und auch optisch dem Erscheinungsbild von Kuoni/Helvetic Tours angepasst.
Die politischen Umwälzungen in den nordafrikanischen Ferienländern Ägypten, Tunesien und Marokko hatten 2011 besonders negative Auswirkungen im Schweizer Markt. Die Nachfrage für diese Destinationen sank um über 50%, was nur teilweise mit Neubuchungen auf den Kanarischen Inseln, in Griechenland, auf Zypern und in der Türkei kompensiert werden konnte. Zusätzlich führte der starke Franken gegenüber dem Euro im Sommer 2011 zu einem Verlust an Buchungen ins benachbarte Ausland, insbesondere nach Deutschland.
Im Bereich Nachhaltigkeit entwickelte sich die Einheit ebenfalls weiter. So wurde Kuoni Schweiz als erster grosser Veranstalter an der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) mit dem Nachhaltigkeitsgütesiegel «TourCert – CSR Tourism certified» ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde von TourCert, einer unabhängigen Zertifizierungsstelle, vergeben und honoriert die Anstrengungen von Kuoni innerhalb der Tourismusindustrie. Im Rahmen einer Transparenzanalyse, die das Forschungsinstitut für Freizeit und Tourismus zum Thema Nachhaltigkeit im Schweizer Markt durchführte, belegte Kuoni unter den 8 ausgewählten Unternehmen den ersten Rang.
In Grossbritannien zählt Kuoni zu den bekanntesten Reisemarken im Premiumbereich. Seit 1964 gilt Kuoni als führendes Unternehmen für qualitativ hochwertige Ferienreisen im Langstreckenbereich. Dabei werden Reisen individuell zusammengestellt. Kuoni verfügt im britischen Markt nur über geringe Flug- oder Hotelrisiken, die vorab eingekauft werden. Die Reiseprodukte werden über 21 eigene Reisebüros und ein grosses Netzwerk qualitativ guter externer Filialen verkauft. Kuonis persönliche Reiseberater bieten zudem massgeschneiderte Ferien für anspruchvollste Kunden. Weitere Verkaufskanäle sind Internet und Callcenter. Auch 2011 wurde der Ausbau der eigenen Verkaufskanäle weiter vorangetrieben. Die Zahl der eigenen «Highstreet»-Reisebüros erhöhte sich von 12 auf 21. Das eigene Retail-Netz wurde zudem mit 4 unabhängigen Reisebüros, die die Marke Kuoni tragen, ergänzt. Im Internet wurde die eigene Präsenz technisch aufgerüstet und ausgebaut. 2011 wurde das Buchungsportal kuonihotels.com mit über 50 000 Hotels lanciert. Das neue Internetangebot basiert auf der Technologie des Online-Anbieters Octopus.com, der zu GTA gehörte. Erstmals wurde das Programm «smart by Kuoni» für besonders preisgünstige, aber qualitativ hochwertige Ferien lanciert.
Die politischen Umwälzungen in Ägypten führten zur vorübergehenden Einstellung von Kulturreisen an den Nil. Die Nachfrage hat sich bis Ende 2011 nicht erholt. Allgemein dämpften zudem die Sparmassnahmen der britischen Regierung die Konsumentenstimmung im Land.
Kuoni Grossbritannien hatte am World Travel Market 2011 in London das erste Fairtrade-zertifizierte Reiseprodukt in Grossbritannien auf den Markt gebracht. Die nach Fairtrade-Standards produzierte Reiseroute führt die Reisenden entlang der Gardenroute in Südafrika. Übernachtet wird ausschliesslich in zertifizierten Lodges. Dieses Produkt ist Teil der nachhaltigen Produktlinie ananea, welche Kuoni im Berichtsjahr zum ersten Mal auf den Markt gebracht hatte.
Kuoni ist in Frankreich im Premium-Segment aktiv und bietet vorwiegend Reisen auf der Langstrecke an. Dabei unterscheiden sich die Reisearten und Zieldestinationen in fünf verschiedenen Marken. Die Hauptmarke Kuoni ist bekannt für hochwertige Badeferien, Rundreisen, Safaris, Kulturreisen und Schiffsreisen. Kuoni Émotions ist die Luxus-Produktlinie, die vor allem in der Karibik, in Afrika, in Arabien, im Indischen Ozean und in Asien exklusive Ferien ermöglicht. Die Marken Scanditours und Celtictours fokussieren auf Ferien in Skandinavien respektive Irland, Nordirland und Schottland. Die Marke Vacances Fabuleuses zielt auf Reisen nach Nordamerika, während die Marke Les Ateliers du Voyage weltweit an exotischen Destinationen massgeschneiderte Ferien, privat oder als Rundreisen in kleinen Gruppen anbietet. Alle Reisen werden individuell mit weltweit verfügbaren Flugleistungen gebucht.
Der Nachfragerückgang für Kulturreisen nach Ägypten und Jordanien sowie für Reisen nach Japan, China und Indonesien aufgrund der Naturund Nuklearkatastrophe in Japan hatte einen wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisse. Andererseits profitierten Destinationen wie Kuba, Peru und Brasilien von den veränderten Kundenbedürfnissen. Auch die Luxusreisen von Kuoni Émotions verzeichneten 2011 eine deutlich höhere Nachfrage.
Im Markt Italien werden vorwiegend Premium-Badeferien, Hochzeitsreisen und Kulturreisen auf der Mittel- und Langstrecke angeboten. Diese wurden 2011 zu 88% in einem B2B-Modell über rund 3 000 externe Reisebüros in ganz Italien verkauft. Kuoni selbst betreibt in Norditalien 5 eigene Reisebüros. Die qualitativ höherwertigen Reiseprodukte werden mit den Marken Kuoni und Best Tours angeboten. 2011 baute Kuoni Italien den Direktkunden-Verkaufskanal mit Internetangeboten aus. Da vor allem Ägypten bis 2011 eine beliebte Reisedestination der Italienerinnen und Italiener war, führten die politischen Umwälzungen zu einem deutlichen Nachfragerückgang. Vor allem die für Kulturreisen bekannte Marke Best Tours war davon betroffen. Gleichzeitig wirkte sich die schlechte Wirtschaftslage aufgrund der europäischen Schuldenkrise negativ auf die Konsumentenstimmung in Italien aus.
Spanien ist der kleinste Markt der Einheit Outbound Kuoni Europe. Das Produkteportfolio besteht aus Premium-Reisen auf der Langstrecke. Dazu zählen vorwiegend Nordamerika, Afrika und Asien. 78% dieser Reisen wurden 2011 über externe Reisebüros verkauft. In Madrid und Barcelona wurden neue Flagship Stores eröffnet. Ein weiteres eigenes Reisebüro entstand in Valencia. Vor allem die anhaltend schwierige Wirtschaftslage in Spanien und die Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise hatten einen negativen Einfluss auf die Ergebnisse.
Der Markt Benelux unterscheidet die beiden Länder Niederlande und Belgien. In den Niederlanden werden alle Produkte der Marke Kuoni angeboten. In Belgien sind Kuoni und Best Tours als Reiseveranstalter präsent. Die Produkte fokussieren auf individuelle Reisen an Langstreckendestinationen, auf begleitete Rundreisen oder À-la-carte-Mietwagentouren. 76% der Reisen wurden 2011 über externe Reisebüros verkauft. 24% über die eigenen Internetseiten, Callcenter und in den eigenen Reisebüros. Um den Direktkundenkontakt auszubauen, wurden 2011 Shops in Amsterdam, Den Haag und Haarlem eröffnet. Die verstärkte Fokussierung auf die eigenen Verkaufskanäle war 2011 gleichzeitig die grösste Herausforderung, da der Verkauf in externen Reisebüros im Gegenzug zurückging.
Outbound Kuoni Europe erwirtschaftete 2011 insgesamt Nettoerlöse in der Höhe von CHF 1 170 Mio. Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf CHF – 13.6 Mio. Während die Märkte Grossbritannien und Frankreich profitabel waren und die Schweiz (ohne Spezialisten) ein ausgeglichenes Ergebnis ablieferte, verzeichneten die kleineren Märkte Italien, Spanien und Benelux negative Ergebnisse. Kosteneinsparungen und gleichzeitig Margensteigerungen, vor allem in Grossbritannien, der Schweiz, in Frankreich und in Spanien, konnten die Nettoerlösausfälle aufgrund des Nachfragerückgangs für Nordafrika und der europäischen Schuldenkrise nur teilweise lindern.